Archiv der Kategorie: Internet/Web20

Die Blondine im Lagerhaus des Horrors

Zwischen den Jahren habe ich gemerkt, dass dem Internethandel die Zukunft gehört. Zurecht.

Die Klobürstenblondine
Das „Möbelhaus“ verbreitet den Charme eines Lagerhauses. Lieblos wird die Ware präsentiert. Mit etwas Weiterlesen

Dortmund: 2.300 Teinehmer auf Anti#ACTA Demo

Am 11. Februar 2012 war ein weltweiter Aktionstag gegen ein Handelsabkommen mit Namen ACTA. In Dortmund kamen 2.300 Teilnehmer zusammen, die über die sich abzeichnende Zensur des Internets wütend waren.

Ich bin so wütend, ich habe sogar ein Schild dabei.

Wut über Internet-Zensur

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Klassenkampf 2.0

Alljährlich im September trifft sich in Köln die Online-Branche auf einer Messe namens DM-Expo: Das DM steht für Digitales Marketing. Zwei Vertreter des Fachs haben einen sehr spannenden Vortrag gehalten. Hier wurde in lockerer Art viel Wissen über Facebook und Google vermittelt. Und unversehens zum Nachdenken über die zunehmende Machtkonzentration im Internet eingeladen.


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Deutschland, einig Betaland.

Sie sind überall, die Beta-Versionen. Mit diesem schönen Wort benennen Softwarehersteller Produkte, die noch nicht ausgetestet sind. Sie werden aber schon veröffentlicht, damit mutige Nutzer sie ausprobieren, die Fehler melden, damit diese ausgebessert werden können. Eine schöne Idee. Leider ist sie mittlerweile so verbreitet, dass sie in allen gesellschaftlichen Bereichen anzutreffen ist. Mit einer entscheidenden Änderung: auf die Korrektur der Fehler wird weise verzichtet. Deutschland, einig Betaland.


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Twitterwall auf dem Mediacoffee

News Aktuell hatte zum #mediacoffee geladen und gefühlte 200 Medienschaffende kamen in den Medienpark Köln. Sie wollten erfahren, wie Kommunikation im Jahr 2020 funktionieren könnte.

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Online-Videos im Fundraisingeinsatz

Aufblasbares Grundgesetz, sieben Meter hohe Verfassung, Kampagnenelement, Kinderhüpfburg, Kaltluftdisplay: Manchmal ist es schwer, einen Spendenzweck in Worte zu fassen. In solchen Fällen bietet sich der Einsatz eines Videos auf der Homepage an. Ein solches kam bei Mehr Demokratie im Juli zum Einsatz: Dadurch konnte ein Spendenprojekt erfolgreich umgesetzt werden.

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Alles Super im Willy-Brandt-Haus

 Schockiert stand ich im Willy-Brandt-Haus: Die Alarmglocke schrillte. Da hier mit der SPD-Parteiführung ein nicht gerade unwichtiger Teil von Berlins Politikelite heimisch ist, rechnete ich damit, dass sofort die GSG 9 eingreifen würde. Und das Schlimmste: Ich hatte den Alarm ausgelöst. Dabei hatte ich nur den Weg zum WC gesucht, das ich fälschlicherweise hinter der weißen, alarmgesicherten Milchglastür des Treppenhauses vermutet hatte.

Was tun? Abhauen oder auf die Einsatzkräfte warten? Wie teuer ist es wohl, hier einen Fehlalarm auszulösen? Nun, ich entschied mich dafür, den Ort aufzusuchen, den ich gesucht hatte. Denn mittlerweile hatte ich entdeckt, dass der Weg dorthin eben nicht über die große offene Tür in der Nähe des Zeichens „WC“ führte, sondern durch eine kleine, in eine holzvertäfelte Wand eingelassene Tür, die man einfach übersehen muss – obwohl sich das Schild direkt darüber befindet. Zurück in der Innenhalle konnte ich die SPD-Mitarbeiter beobachten: Alle blieben seelenruhig sitzen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam ein Wachmann und schaltete den Alarm ab. Ich stellte mich als Übeltäter, aber es interessierte ihn nicht. Er entschuldigte sich für die Wartezeit und ging. Und tatsächlich: Das wird häufiger vorkommen.

Denn die Verwechslungsgefahr ist sehr groß; das habe ich durch eine Feldstudie belegt. Ich blieb in der Raucherecke vor dem Kasino und beobachtete. Viele Gäste der Tagung kamen nach mir an, und keiner fand auf Anhieb die Tür zum entlastenden Ort. Sie wären durch die breite, offenstehende Tür gegangen – hätte ich ihnen nicht mein Insiderwissen rechtzeitig weitergegeben.

Daraus kann man viel lernen, zum Beispiel über die Gestaltung von Internetseiten. Sind diese falsch entworfen, verirren sich die Benutzer im Informationsangebot, und Ihr Personal muss es ausbaden. Oder Ihre Kunden wandern frustriert ab zur Konkurrenz. Und solche Fehler passieren leicht. So habe ich kürzlich viele Nutzer von der Bestellung eines Newsletters ausgeschlossen, in dem ich nachträglich eine Abfrage des Bundeslands einfügte, damit sie die passenden Informationen aus ihrer Region bekommen. Und damit habe ich den größten Teil der Internetgemeinde ausgeschlossen, der ja jenseits der deutschen Grenze wohnt. Nach dem Hinweis eines Lesers aus Österreich behob ich den Missstand umgehend. Das ist ja das Gute am Internet: Man bekommt laufend nützliche Informationen. Man muss nur lernen, zwischen Spam und Wichtigem zu unterscheiden.

Superdiesel

Weniger nützlich hingegen sind die Informationen auf dem Zapfhahn einer großen Mineralölkette. „Superdiesel“ steht da drauf. Und sofort leuchtet eine rote Lampe: Verwechslungsgefahr. Ein kleine Recherche im Internet bringt es an den Tag: Um die 500 Euro kostete es einen armen Schlucker, als er hier Diesel statt Super einfüllte – den Spott seiner Frau und der Internet-User gab es gratis dazu. Dabei sind diese Witze nicht angebracht. Ich halte es mit User Dennie aus dem Forum motortalk: „Diese […] Unsitte, auf die Heizöl-Zapfsäule bei Aral immer SUPERdiesel draufzuschreiben hat mich auch schon ein zwei mal halb wuschig gemacht beim Tanken. Es gibt SUPER und es gibt DIESEL, warum man beides zusammen auf eine Zapfsäule schreiben muss, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.“ [sic!] Er hat einen Fall aus dem Jahr 2007 kommentiert. Doch die Frage steht schon seit längerem im Raum, wie die weitere Internetrecherche ergibt: Seit seine Firma einen verbesserten Dieselkraftstoff als „Super-Diesel“ verkauft, hat der Pressesprecher zusätzliche Schreibarbeit. Er muß Beschwerdebriefe von Pkw-Fahrern beantworten, die Super-Diesel mit Super-Benzin verwechseln und so den Motor ihres Wagens ruinieren. „Das sind natürlich vor allem Vollakademiker“, mokiert sich der promovierte Aral-Mann über diese Kunden. Das kann man nachlesen im Spiegel – vom 18.12.1988 (!).

Also verwirrt Aral seine Kunden seit zwanzig Jahren. Reife Leistung. Vielleicht ist das schon einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde wert. Aber gibt es nun etwas Besonderes an diesem „Superdiesel“? Als investigativ arbeitender Journalist mache ich nicht nur Internetrecherchen, nein, ich habe persönlich an einer Aral-Tankstelle nachgefragt. Mein Auto könne damit fliegen, versicherte mir lachend der Tankwart, um mir dann glaubhaft zu versichern, dass es normaler Diesel sei, den ich beruhigt in mein Auto füllen könne. Dabei habe ich bislang immer, auf das Handbuch meines Autos vertrauend, Normalbenzin getankt.

Hinweis für Berlinreisende:

Das Willy-Brant-Haus hat eine sehenswerte Architektur und eine liebevoll zusammengestellte Kunstsammlung. Es ist es Wert, in den Reiseplan aufgenommen zu werden.

http://www.willy-brandt-haus.de/

Öffnungszeiten der Kunstausstellungen

Dienstag bis Sonntag 12.00-18.00 Uhr

Montag geschlossen

Bitte bringen Sie Ihren Reisepass, Personalausweis oder Führerschein mit.