Impro-Theater Köln: Volle Bude bei der KIWI

Auftakt gelungen. Bei der ersten Auflage der Kölner-Impro-Welt-Initiative sah das Publikum, was diese Kunstform bieten kann: Überraschungen, Spielfreude und sogar besondere Erotik.

Verena Lohner und Knut Kalbertodt (Steife Brise, Hamburg) sowie Florian Bracht und Ben Hartwig (Taubenhaucher, Köln) waren am 26. Januar 2014 auf der Bühne. Die Gäste hatten bei der Ausarbeitung des Programms die Akzente gesetzt. Denn es ist ein Ziel dieser neuen Showreihe, die breite Vielfalt verschiedener Impro-Formen in Köln auf die Bühne zu bringen.

Das Klick-Spiel

Bei diesem Spiel unterbrechen die Spieler von Zeit zu Zeit die laufende Szene, stellen sich vorne auf und bieten dem Publikum drei Möglichkeiten, wie es weitergehen könnte. Danach wird noch einmal abgefragt und der Vorschlag, bei dem die meisten Zuschauer ein „Klick“ reinrufen, wird gespielt.

Kölner Impro Welt Initiative: Ben Hartwig, Knut Kalbertodt, Florian Bracht

natürlich unschuldig…

Der vorgebende Ort war ein Café, es entwickelte sich eine Blind-Date-Szene. Das sieht man auf Impro-Bühnen durchaus öfter – und trotzdem war die Szene etwas Besonderes. Dafür sorgten die liebevollen Details, mit denen sich die Spieler gegenseitig ausstatteten:

  • Der Mann war so zwangsneurotisch, dass die selbst die korrekte Position der Zebrafigur auf seinem Schreibtisch mit Bleistift markiert war;
  • ein T-Shirt mit Stinkefinger machte einen eigentlich nichtssagenden Kaffeetrinker flugs zum Punker
  • der aufgetragene Lippenstift bekam eine Bedeutung: er war eine Erinnerung an die längst vergangene Liebschaft mit Yves.

Sonderbare Erotik gab es auch: Alle wurden aufgefordert, die Augen zu schließen; die Schauspieler bedienten dann die Phantasie der Zuschauer allein mit Worten; die Details konnte sich jeder selbst ausmalen. Es endete in einem allgemeinen Gekicher… was da wohl im Kopfkino lief?

Am Ende der Szene kam der verflossene Geliebte Yves auf die Bühne und das Publikum musste sich für ein Ende entscheiden: Zielsicher gab es ein Happy-End mit Umwegen.

Und es sind diese Rückgriffe auf kleine, beiläufige eingestreute Details wie den Namen Yves, die die großen Impro-Momente ausmachen. Und davon gab es bei der KIWI-Show reichlich.

Weitere Shows

Über 80 Zuschauer hatten sich jedenfalls in das Gasthaus begeben, um diese erste Show der Reihe zu sehen. Es war ein schöner Erfolg für den Organisator Florian Bracht. Chapeau.

Wer davon mehr sehen will, der hat vorerst noch dreimal Gelegenheit dazu:

Sonntag, 13. April
KIWI mit dem IGLU Theatre aus Slowenien

Samstag, 15. März
KIWI mit Norbert Deeg

Sonntag, 16. Februar
KIWI mit make shift

jeweils um 19:00, Gasthaus Im ¼, Holbeinstraße 35, in Köln (Nippes)
nächste U-Bahn-Station: Lohsestraße

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