Krieger des Nichts

Dass es einen neuen Film gibt, zu dem die Band Silbermond ein Lied beigetragen hat, das erfuhr ich auf eine interessante Weise: über eine Freundschaftsanfrage auf YouTube. Das Videoportal machte mich per Mail darauf aufmerksam, dass Silbermond nun mein Freund sein wolle.

Ein Beispiel für PR im Web 2.0
Als mich die Mail erreichte, dachte ich erst: Schön, Freunde kann man immer gebrauchen, und ich klickte auf den Link, um die Anfrage zu bestätigen.
Und landete auf der Seite, die mich über den Film unterrichtete. Und die Anfrage kam tatsächlich von der offiziellen Silbermond-Präsenz. Eine solche Situation will ausgenutzt werden: Ich schrieb dem Kanalbetreiber eine Mail, in der ich um ein Interview bat. Denn „Krieger des Lichts“ ist ein wichtiges Buch, und ein Lied darüber bietet viel Stoff für ein spannendes Gespräch.
Allerdings habe ich nicht wirklich damit gerechnet, meine Fragen beantwortet zu kommen. Aber irgendeine Antwort wäre schon nett gewesen. Es hätte ja gereicht, wenn jemand schreibt, dass die Band den vielen Interview-Anfragen nicht nachkommen könne. Es kam aber keine Reaktion. Meine Mail ist wohl bei den Kriegern des Nichts gelandet. Diese Burschen sitzen den ganzen Tag an ihrem Computer und lachen sich kaputt über die vielen Mails, die wir an info@… kontakt@… oder service@… schreiben.
Dabei zeigen die Web 2.0-Nutzer über die Kommentarfunktion, wie es der Band möglich war, 30.474 Freunde zu bekommen:
„Das ist ja stark. ‚Silbermond schickt mir eine Freundschaftseinladung’ – wohl eher die nette Praktikantin bei Columbia^^ trotzdem danke“, heißt es da süffisant.
Denn der Silbermondkanal wird seit einigen Wochen recht intensiv auf diese Weise beworben. Freundschaften zu erklicken, das ist eine Möglichkeit, auf eigene Web 2.0-Angebote aufmerksam zu machen und Informationen zu streuen. Bei mir ist die Botschaft jedenfalls angekommen.
Im übrigen ist der Praktikantin bei der Auswahl der zukünftigen Freunde etwas mehr Fingerspitzengefühl zu wünschen. Ich zum Beispiel würde „Imafter“ nun wirklich nicht zu meinen Freunden zählen wollen.
Die PR 2.0 hört aber nicht bei dem Geklicke auf. Den Fans wird noch mehr geboten: So wird regelmäßig ein Podcast online gestellt. Die Bandmitglieder präsentieren sich vor und nach einem Auftritt, man bekommt etwas vom Sozialleben mit. So hat die Band vor Weihnachten gewichtelt. Uninteressant ist das für Außenstehende. Nicht jedoch für Fans, die so eingeladen werden, mehr über die Band zu erfahren. Mal ganz nebenbei: Die hier verbreiteten Informationen werden von keinem Journalisten gefiltert.
Und tatsächlich habe ich den Film angesehen, weil er ganz klassisch von meinen Real-Life-Freunden über eine Kino-Programmzeitschrift ausgewählt wurde. Sehr gut hat mir der Einsatz der Musik im Film gefallen – einige Schnitte waren großartig. Und keine Sorge: Die Krieger des Lichts hört man erst im Abspann.

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